Jüdische Gemeinde Osnabrück K.d.ö.R

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10. Tevet 5779
18. Dezember 2018

Bikur Cholim (Krankenbesuch)

Wenn sich jüdische Gemeindemitglieder einem kranken Mitmenschen widmen, werden mehrere Gebote der Torah gleichzeitig erfüllt: Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Es ist eine heilige Pflicht (Mizwah) für jeden, der Jüdischkeit in sich trägt. Die Tradition des Bikur Cholim wird in der Gemeinde von den ehrenamtlichen Mitgliedern Baruch Chauskin, Jelena Esther Ginsburg, Galina Sopranowa und Emil Reznik ausgeführt. Die Besuche finden in Altenheimen und Privatwohnungen statt. Besonders an hohen Feiertagen sind die Besuche bei den alten und kranken Menschen von besonderer Bedeutung. Die Besucher von Bikur Cholim kommen nie mit leeren Händen. So werden zu Pessach Matzot mitgebracht und, z.B zu Purim, Hamantaschen.

Im Rahmen des Bikur Cholim führt das Team ein Projekt namens „Ledor Vador“ („Von Generation zu Generation“) durch. Hier können alle Gemeindemitglieder, die den Holocaust überlebt haben, als Zeitzeugen ihre persönliche Geschichte erzählen und Fotos zur Verfügung stellen. Auch sie selbst werden von dem Künstler Emil Reznik fotografiert. Das Ziel dieses Projektes ist es, ein Foto- und CD- Archiv für die Gemeinde zu schaffen.

  • Leitung Avraham Yitzchack Radbil, Mobile: 0176/32770813


 

BIKUR CHOLIM (TALMUD)

Das Gebot von Bikur Cholim (Besuchen der Kranken) gehört zu den größten und wichtigsten Geboten im Judentum. Dieses Gebot ist nicht nur das, was uns von den Tieren unterscheidet, sondern erhebt uns bis zu der Ebene des Allmächtigen. Denn es steht im Talmud (Sota 14b): „Rabbi Chama bar Chanina sagte: Was ist die Bedeutung des Verses: „Hinter deinem G-tt, dem Ewigen sollst du folgen (Dewarim 13:5)? Ist es denn möglich hinter G-tt zu laufen? …Dieser Vers lehrt uns, dass wir Seinen Eigenschaften nachahmen sollen, genauso wie Er … die Kranken besucht … so sollst auch du die Kranken besuchen.“

Rabbiner Yitzchak Silver schreibt, dass das Gebot von Bikur Cholim aus 4 Teilen bestehe:

  1. Sich um das körperliche Wohlbefinden des betroffenen zu sorgen. Dazu gehören u.a. dem Kranken das Essen zu bringen, für den Kranken Einkäufe zu betätigen, seine Medizin zu besorgen, dem Kranken bei den Hausarbeiten zu helfen, etc.
  2. Die Laune und das innere Wohlbefinden des Kranken zu verbessern und ihm dabei verhelfen die Last der Krankheit zu ertragen. Dazu gehören u.a. das Aufheitern des Kranken und ihm das Gefühl vermitteln, dass er nicht alleine ist und dass es andere Menschen gibt denen er wichtig ist.
  3. Das Gebet für den Kranken. Unsere Weisen sagen, dass das Gebet in der Gegenwart des Kranken besonders hilfreich ist, da die G-ttliche Gegenwahrt unseren Weisen nach neben dem Kranken ruht. Außerdem wenn man das Leiden des Kranken vor den Augen hat, wird man dadurch zu einem tiefgreifenden Gebet bewegt.
  4. Indem man einen Kranken besucht, nimmt man ein Sechzigstel seiner Krankheit weg.

So steht es im Talmud, Traktat Nedarim 39b.

Unsere Weisen des Talmuds sagen im Traktat Nedarim 40a, dass jemand der die Kranken besucht, wird auf 4 verschiedenen Weisen von G-tt dafür entlohnt:

  1. G-tt wird ihn vom bösen Trieb beschützen.
  2. G-tt wird ihn von den Leiden bewahren.
  3. Ihm wird von allen Respekt erwiesen.
  4. Er wird wahre Freunde finden.

An derselben Stelle sagt auch der Talmud, dass wenn ein Mensch einen Kranken besucht, gleicht er einem, der ihm das Leben bringt, jedoch wird derjenige der es nicht tut mit jemandem verglichen, der ihm den Tod bringt.

Wir, vom Projekt Bikur Cholim, würden uns auf weitere Freiwillige, die sich uns anschließen möchten, freuen. Teilen Sie es uns bitte mit, wenn Sie ältere Familienangehörige haben oder jemanden kennen, der hilfebedürftig ist!

-- Avraham Yitzchack Radbil
Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Osnabrück K.d.ö.R
In der Barlage 41-43
49078 Osnabrück
Telefon: 0541/48420
Mobil: 0176/32770813