Jüdische Gemeinde Osnabrück K.d.ö.R

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10. Tevet 5779
18. Dezember 2018

Jüdische Hochzeiten

CHUPPA Dass eine jüdische Hochzeit definitiv nicht allein auf dem Willen des Mannes beruht, kann man an folgendem Brauch erkennen: Bevor der Bräutigam bei der Kidduschin-Zeremonie überhaupt die Formel »Harej at mekudeschet li« (»Siehe, mit diesem Ring wirst du mir angeheiligt nach dem Gesetz von Mosche und Israel«) aussprechen darf, zeigt die Braut mit den drei oder sieben Runden, die sie unter der Chuppa um ihren Bräutigam macht, dass auch sie diese Ehe will. 

Sie demonstriert ihre Eigeninitiative ganz im Sinne des Verses in Jeremia 31,22: »Denn der Ewige hat etwas Neues geschaffen auf Erden: die Frau wird den Mann umgeben« – was man auch übersetzen kann mit: »Sie wird dem Mann den Hof machen.«

 © Rabbiner Arie Folger und die Juedische Allgemeine